Obwohl „Verarbeitungstechnik“ mein Lieblingskurs ist, wird es mit den fallenden Außentemperaturen nach und nach zu einer immer größeren Tortur, im Nählabor zu arbeiten. Dick eingemummelt und vom Regen durchnässt (wie z.b. heute) kommt man in das riesige Labor und freut sich anfangs ‘nen Kullerkeks, dass es sooo schön kuschelig warm in dem Raum ist. Man entledigt sich des Mantels und der Tasche und macht sich an seiner Nähmaschine fleißig an die Arbeit. Das Licht der Tischlampen, die einem direkt vor der Nase hängen, sorgt dafür, dass man sich nach wenigen Minuten auch aus allen weiteren Strickjacken und Pullovern pellt. Nach und nach fängt man an zu schwitzen und spätestens bei der dritten oder vierten Benutzung des Dampfbügeleisens fragt man sich, wieso man sich morgens beim Griff in den Kleiderschrank nicht für ein Sommerkleid entschieden hat. Mit rotem Kopf versucht man also, sich außer Reichweite der vier Dampfbügeleisen und der Heizungen zu bringen und übersteht so den Unterricht.
Und wenn man dann nach über drei Stunden im Sauna-Nählabor die Uni wieder verlässt, holt einen die arschkalte Realität ein und man kann sich innerhalb weniger Sekunden beim besten Willen nicht mehr vorstellen, aus welchem Grund man eben noch an Sommerkleidchen, Flipflops und kalte Getränke gedacht hat. Man schimpft promt über den Regen und die Kälte, friert sich einen Ast ab, mummelt sich wieder in sämtliche Pullover und Jacken und nimmt sich vor, sich die nächsten Tage wärmer anzuziehen. Fataler Fehler. Nählabor olé.



No Responses Yet to “lebst du noch oder schwitzt du schon?”  

  1. No Comments Yet

Leave a Reply